Vor 5 Tagen wäre meine Reise eigentlich dem Ende zugegangen.
Es sollte anders kommen und so bin ich jetzt schon seit Ende Januar zurück in meiner Heimat.
Somit genug Zeit alles etwas sacken zu lassen und erlebtes zu verarbeiten.
Mitgebrachte Erinnerungen verstauben in der Ecke, die 10.000 Fotos die ich eher nebenläufig mit meiner alten Digitalkamera gemacht habe finden keine Beachtung mehr und der Kontakt zu vielen Reisefreunden wird enorm weniger.
Morgens beim Aufwachen passiert es dann wieder, meine Gedanken finden sich in Don Det am Mekong in Laos wieder oder ich erinnere mich wie mein werter Zimmerkollege in Queenstown/Neuseeland sich nachts lautstark mit seinem neuen Mäuschen beschäftigt oder dann doch wie ich in Sichuan/China seit 2 Stunden am Straßenrand stehe, auf eine Mitfahrgelegenheit warte und trotzdem am Dauergrinsen bin.
Erinnerungen bleiben und halten uns am Leben. Die Erinnerungen sind es von denen wir uns in Gedanken das ganze Leben ernähren.
Das Leben hat innerhalb diesem Jahr auch zu Hause seinen Lauf genommen. Viel verändert hat sich nicht. Nichts, um genau zu sein.
Auch ich habe mich entgegen meiner Vermutung nicht geändert, ich war vorher einfach schon ein komischer Vogel.
Ich habe mittlerweile auch Kritik für meine weiteren Reisepläne geerntet. Aber ist es nicht genau das von dem ich morgen nähre? Meine Erinnerungen an vergangenes.
Warum soll ich etwas machen was mich nicht annähernd so glücklich macht wie Freiheit?
Wir haben die verdammte Chance uns in Deutschland selbst auszusuchen wie wir unser Leben gestalten und jemand der diese Chance nicht ergreift der hat auch nicht das Recht ständig an allem rum zu nörgeln.
Ich finde Deutschland und das Leben hier geil!
Richtig geil!
Ich kann mir nichts besseres vorstellen und doch zieht es mich wieder weg.
Ich will was anderes als ein volles Konto und die Sicherheit nicht unter Altersarmut zu leiden.
Ich will aufwachen und das tun wozu ich Lust habe. Das Leben ist ein Wunschkonzert.
Aus diesem Grund habe ich einen Entschluss gefasst.
Leben, solange ich es kann!
Wo kämen wir hin, wenn alle sagten: wo kämen wir hin; und niemand ginge um einmal nachzuschauen, wohin man käme, wenn man ginge...
Mittwoch, 13. März 2013
Freitag, 15. Februar 2013
Neuigkeiten
So, bevor ich meine kleine Tour durch Deutschland starten werde um die Deutschen mal aus der Sicht eines Low Budget Backpackers zu sehen habe ich euch etwas anderes mitzuteilen.
Mit den Reisedepeschen von Johannes Klaus, dem Grimme Preis Träger des letzten Jahres, hat ein neuer Blog das Licht der Welt erblickt.
Dabei handelt es sich um ein super Projekt an dem auch ich teilnehme.
Bevor ich zuviel erkläre guckt einfach mal rein und überzeugt euch selbst.
Ich werde mich jetzt wieder auf das unfassbar geniale deutsche Essen stürzen.
Bis bald.
Yeay....
Mit den Reisedepeschen von Johannes Klaus, dem Grimme Preis Träger des letzten Jahres, hat ein neuer Blog das Licht der Welt erblickt.
Dabei handelt es sich um ein super Projekt an dem auch ich teilnehme.
Bevor ich zuviel erkläre guckt einfach mal rein und überzeugt euch selbst.
Ich werde mich jetzt wieder auf das unfassbar geniale deutsche Essen stürzen.
Bis bald.
Yeay....
Dienstag, 29. Januar 2013
Ankommen.
316 Tage.
Knapp 10.000 Euro.
15 Länder.
18 Flüge.
18 Flüge?
Verdammt!
Schuld bin aber nicht ich, zumindest war mir das nicht bewusst.
Durch mein totale Planungslosigkeit und die Bekanntschaft mit verrückten und wunderbaren Menschen hielt mich nie was auf.
Genau das war es ja auch eigentlich.
Gelebte Freiheit bis in die letzte Pore.
Mit unvergesslichen Erlebnissen im Gepäck ging es von Kuala Lumpur nach Frankfurt.
Total entspannt, wie schon vor dem Hinflug scheine ich es nie zu realisieren wenn es ernst wird, betrat ich das Flugzeug.
Neben mir ein grummeliger Mitvierziger aus Deutschland.
Gespräch? Fehlanzeige.
Lächeln? Fehlanzeige.
Naja, wie dem auch sei wurde mir dann so langsam bewusst, dass dieses Kapitel hier wohl so langsam ein Ende nimmt.
In Frankfurt morgens pünktlich um 6:20 Uhr gelandet.
Das erste bekannte Gesicht empfängt mich Freudestrahlend mit deutschem Bier und Salamibrötchen direkt nach der Gepäckausgabe.
Beim Umsteigen im Frankfurter Hauptbahnhof, wie sollte es anders sein, legte ich durch eine Verspätung einen ordentlichen Sprint hin um den nächsten Zug zu bekommen.
Außer Atem und mit schweren Augen ließ ich wortlos die verschneite Landschaft an mir vorbeiziehen.
In Hannover schloss ich aufgelöst meine Familie wieder in die Arme.
Noch bevor ich richtig Luft holen konnte saßen wir in einem Cafe. Ich trank meinen ersten vernünftigen Kaffee seit einer Ewigkeit und saß da als ob nichts gewesen wäre.
________________________________________________________________________________
Nun, 10 Tage nach meiner Ankunft, fühle ich mich als ob ich nie weg gewesen wäre.
Das durchaus ernstgemeinte Interesse an meiner Reise und erlebtem verstehe ich gut. Nur wie sollst du jemandem erklären der fragt: "Wie war's?".
Wie sollst du ihm beibringen, dass du gesehen hast wie Menschen von Geiern gefressen werden?
Wie sollst du ihm erklären, dass man in Kambodscha Kinder auf der Strasse kaufen kann?
Wie sollst du jemanden erklären, der 40 Stunden die Woche arbeitet und das jährliche Schützenfest den Höhepunkt des Jahres darstellt, dass du auf 3900 Metern Höhe in der Dunkelheit einen Schlafplatz suchst, dich mit Mönchen per Handzeichen auf einen Preis einigst um anschließend an Videokameras vorbeigeschleust zu werden und die bitterkalte Nacht an deinen (männlichen!) Reisepartner gelegt verbringst; morgens aufzuwachen und den Sonnenaufgang in einer der schönsten Landschaften deiner Reise zu erleben?
Wie soll ich das Gefühl beschreiben zu Hause in der Dusche zu stehen unter einem sauberen Duschkopf mit endlos anhaltendem warmen Wasser zu stehen?
Ich verlasse die Dusche und der Fußboden ist beheizt.
Mein Handtuch ist weich, trocken und riecht angenehm.
Ich kann mich auf eine saubere Toilette setzen (!) und mir sicher sein, die Spülung wird funktionieren.
Zum Schluss bleibt mir die Möglichkeit in einen großen Spiegel zu schauen.
Was ich dann sehe ist äußerlich der selbe junge Mann wie vorher.
Im Inneren aber hat er sich verändert.
Über das erlebte kann ich nur schwer reden, aber ihr solltet wissen - ich würdige jeden Kontakt den ihr zu mir gehalten habt und mir versucht habt zu helfen wenn es darauf ankommt.
Danke Familie, Freunde und Bekannte!
Es wird weitergehen!
...komm lass uns leben...
Knapp 10.000 Euro.
15 Länder.
18 Flüge.
18 Flüge?
Verdammt!
Schuld bin aber nicht ich, zumindest war mir das nicht bewusst.
Durch mein totale Planungslosigkeit und die Bekanntschaft mit verrückten und wunderbaren Menschen hielt mich nie was auf.
Genau das war es ja auch eigentlich.
Gelebte Freiheit bis in die letzte Pore.
Mit unvergesslichen Erlebnissen im Gepäck ging es von Kuala Lumpur nach Frankfurt.
Total entspannt, wie schon vor dem Hinflug scheine ich es nie zu realisieren wenn es ernst wird, betrat ich das Flugzeug.
Neben mir ein grummeliger Mitvierziger aus Deutschland.
Gespräch? Fehlanzeige.
Lächeln? Fehlanzeige.
Naja, wie dem auch sei wurde mir dann so langsam bewusst, dass dieses Kapitel hier wohl so langsam ein Ende nimmt.
In Frankfurt morgens pünktlich um 6:20 Uhr gelandet.
Das erste bekannte Gesicht empfängt mich Freudestrahlend mit deutschem Bier und Salamibrötchen direkt nach der Gepäckausgabe.
| Danke Jens! |
Außer Atem und mit schweren Augen ließ ich wortlos die verschneite Landschaft an mir vorbeiziehen.
In Hannover schloss ich aufgelöst meine Familie wieder in die Arme.
| Ein wunderbarer Moment und zugleich der letzte Augenblick meiner Reise. |
Noch bevor ich richtig Luft holen konnte saßen wir in einem Cafe. Ich trank meinen ersten vernünftigen Kaffee seit einer Ewigkeit und saß da als ob nichts gewesen wäre.
________________________________________________________________________________
Nun, 10 Tage nach meiner Ankunft, fühle ich mich als ob ich nie weg gewesen wäre.
Das durchaus ernstgemeinte Interesse an meiner Reise und erlebtem verstehe ich gut. Nur wie sollst du jemandem erklären der fragt: "Wie war's?".
Wie sollst du ihm beibringen, dass du gesehen hast wie Menschen von Geiern gefressen werden?
Wie sollst du ihm erklären, dass man in Kambodscha Kinder auf der Strasse kaufen kann?
Wie sollst du jemanden erklären, der 40 Stunden die Woche arbeitet und das jährliche Schützenfest den Höhepunkt des Jahres darstellt, dass du auf 3900 Metern Höhe in der Dunkelheit einen Schlafplatz suchst, dich mit Mönchen per Handzeichen auf einen Preis einigst um anschließend an Videokameras vorbeigeschleust zu werden und die bitterkalte Nacht an deinen (männlichen!) Reisepartner gelegt verbringst; morgens aufzuwachen und den Sonnenaufgang in einer der schönsten Landschaften deiner Reise zu erleben?
Wie soll ich das Gefühl beschreiben zu Hause in der Dusche zu stehen unter einem sauberen Duschkopf mit endlos anhaltendem warmen Wasser zu stehen?
Ich verlasse die Dusche und der Fußboden ist beheizt.
Mein Handtuch ist weich, trocken und riecht angenehm.
Ich kann mich auf eine saubere Toilette setzen (!) und mir sicher sein, die Spülung wird funktionieren.
Zum Schluss bleibt mir die Möglichkeit in einen großen Spiegel zu schauen.
Was ich dann sehe ist äußerlich der selbe junge Mann wie vorher.
Im Inneren aber hat er sich verändert.
Über das erlebte kann ich nur schwer reden, aber ihr solltet wissen - ich würdige jeden Kontakt den ihr zu mir gehalten habt und mir versucht habt zu helfen wenn es darauf ankommt.
Danke Familie, Freunde und Bekannte!
Es wird weitergehen!
...komm lass uns leben...
Dienstag, 22. Januar 2013
Durchatmen.
Ich muss ein wenig durchatmen in Deutschland.
Das Leben ist so viel anders und hat so viele schöne Seiten hier, aber mehr dazu die Tage.
Das Leben ist so viel anders und hat so viele schöne Seiten hier, aber mehr dazu die Tage.
Samstag, 12. Januar 2013
Hallo Mama. Gibt da was zu klären.
Wie die meisten Langzeitreisenden bei ihrer Rückkehr führt mich auch mein erster Weg zurück ins heimische Nest. Meine Mutter hat sich freundlicher Weise bereit erklärt mir Asyl zu gewähren.
Für einen friedfertigen Aufenthalt sollten dabei einige Dinge
beachtet werden.
Bitte streiche„Reis“ von der Einkaufsliste für die nächsten
Wochen und zur weiteren Gefahrenabwehrung sollte jeglicher Reis aus
dem Haushalt entfernt werden – anstandslos.
Kein Reis!
In diesem Sinne spiegelt auch meine persönliche
Kühlschrank-Wunschliste nach 316 Tagen low budget backpacking einen
harmonischen Heimataufenthalt wieder.
(in willkürlicher Reihenfolge)
- Käse, vorzugsweise Gouda jung.
- Schokoladenpudding, der billige reicht.
- Budapester Salat, hier der teure bitte.
- Flensburger Pilsener
- Gemischter Salat mit reichlich French Dressing und Thunfisch on top
- Kräuterbaguette zum Aufbacken
- Domino Waffeleis
Des weiteren sollten bitte reichlich Kartoffeln, frisches Krustenbrot,
Schnitzel aus der Oberschale, Wiener Würstchen, mittelscharfer Senf
und zu guter Letzt ein Mineralwasser mit Kohlensäure auf Vorrat
gehalten werden.
Liebe Mutter, ich habe zu danken.
Sollte dann für's erste reichen.
P.S. Falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte, ich habe die
beste Mutter dieser Welt!
:)
Dienstag, 8. Januar 2013
09 Tage.
Neun Tage.
In neun Tagen endet mein Reise.
Ich verbringe die Zeit gerade in Thailand und nehme nochmal ne ordentliche Portion Sonne, Strand und Meer.
Was für die meisten der wohl verdiente Urlaub ist auf den man ein ganzes Jahr hinarbeitet, ist für mich das Ende meines gelebten Traumes, das Ende eines Lebensabschnittes.
Würde ich meine Gedanken aufschreiben die mir gerade durch den Kopf gehen, würde ich heute keinen Schlaf mehr finden.
Ich bin verwirrt.
Es ist als ob man alle Gefühle die man kennt mit einem Mal erlebt.
"Alles kann, nichts muss..." - mehr denn je in meinem Leben.
Es bleibt spannend in meinem Leben und das Reisen wird kein Ende finden, auch in naher Zukunft nicht, aber dazu später mehr.
Jetzt heißt es das Gefühlschaos zu überstehen und die letzten Tage nochmal in sich aufsaugen.
Die Vorfreunde ist groß.
Familie, Freunde, Fußball und endlich wieder in Deutschland.
Wie nie zuvor in meinem Leben weiß ich unser Land und unsere Privilegien zu schätzen, mehr denn je bin ich stolz ein Deutscher zu sein.
Ab jetzt heißt es- stellt das Bier kalt, der Papa wird nicht allzu lang zu Haus' sein.
In neun Tagen endet mein Reise.
Ich verbringe die Zeit gerade in Thailand und nehme nochmal ne ordentliche Portion Sonne, Strand und Meer.
Was für die meisten der wohl verdiente Urlaub ist auf den man ein ganzes Jahr hinarbeitet, ist für mich das Ende meines gelebten Traumes, das Ende eines Lebensabschnittes.
Würde ich meine Gedanken aufschreiben die mir gerade durch den Kopf gehen, würde ich heute keinen Schlaf mehr finden.
Ich bin verwirrt.
Es ist als ob man alle Gefühle die man kennt mit einem Mal erlebt.
"Alles kann, nichts muss..." - mehr denn je in meinem Leben.
Es bleibt spannend in meinem Leben und das Reisen wird kein Ende finden, auch in naher Zukunft nicht, aber dazu später mehr.
Jetzt heißt es das Gefühlschaos zu überstehen und die letzten Tage nochmal in sich aufsaugen.
Die Vorfreunde ist groß.
Familie, Freunde, Fußball und endlich wieder in Deutschland.
Wie nie zuvor in meinem Leben weiß ich unser Land und unsere Privilegien zu schätzen, mehr denn je bin ich stolz ein Deutscher zu sein.
Ab jetzt heißt es- stellt das Bier kalt, der Papa wird nicht allzu lang zu Haus' sein.
| "Niemand weiß was morgen ist." |
Samstag, 5. Januar 2013
Sri Lanka. Für's erste und letzte Mal.
![]() |
| Willkommen! |
Ein werter Einheimischer hat mich tatsächlich unentgeltlich zu
meinem Hostel geführt.
Dort angekommen machte ich erste Bekanntschaft mit den
organisatorischen Qualitäten in Sri Lanka.
Zimmer war gebucht und bestätigt worden.
Allerdings waren alle Zimmer vergeben.
„Es kann ja sein, dass Sie nicht erscheinen obwohl Sie gebucht
haben, deshalb habe ich das Zimmer vergeben.“
Okay. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Macht Sinn.
Nach etwas hin und her verschieben fand ich mit in einem 4-Bettzimmer
wieder und war fürs erste zufrieden.
Kurz darauf machte ich Bekanntschaft mit einer indischen Lady und
nach kurzer Zeit hat sie mich bereits ins Herz geschlossen und ich
telefoniere mit ihrem Sohn in Neu Delhi und habe mir das Versprechen
abnehmen lassen die Familie in Indien zu besuchen.
Ich werde kostenfrei bekocht, bekomme Tee serviert und um den Abwasch
musste ich mich auch nicht kümmern.
Danke Travelmama!
![]() |
| Danke Travelmama! |
Am zweiten Tag ging es in Richtung Süden.
Strand sollte das Ziel für mindestens die nächste Woche sein.
Ich hatte bereits gelernt, dass es wichtig ist bei Angeboten wie Tuk
Tuk-Preisen oder Hotelzimmern deutlich nachzufragen, mit was ich aber
nun Erfahrung machte kannte ich so bisher nicht.
Im Bahnhof der Hauptstadt Colombo sprach mich ein Einheimischer an wo
es denn hingehen soll.
„In den Süden. Keine Ahnung wohin.“
Da noch kein Zugticket gekauft war setzte er sich zu mich und zeigte
mir Bilder seines Hotels und machte mir einen Aufenthalt schmackhaft.
Die Bewertungen von früheren Gästen die er in einem Buch bei sich
führt waren echt und überzeugten mich schnell ihm zu folgen.
„Wifi im Zimmer?“
„Nein, im Restaurant.“
Okay, das reicht mir.
„Heißwasser?“
„Ja.“
„Zimmerpreis 10 Dollar?“
„Ja, 10 Dollar“
„Haben Sie auch andere Gäste zur Zeit?“
„Ja, ein Pärchen aus Australien.“
Alles klar.
Nach einer 3 stündigen Zugfahrt in seinem abgelegen und abgewohnten
Hotel angekommen lernte ich schnell die nächste Lektion in Sachen
„frage lieber 23 Mal genau nach bevor du eine Entscheidung
triffst“.
Wifi gab es tatsächlich in einem Restaurant, nur nicht in seinem.
10 Minuten Fußweg zu einem seiner Verwandten hieß es, wenn ich eine
Mail schreiben wollte.
Heißwasser? Klar, nur nicht in meinem Zimmer.
Im Untergeschoss befand sich sein Zimmer, wo ich die Chance hatte
Heißwasser in einem Eimer abzufüllen und mich damit zu waschen.
10 Dollar für das Zimmer? Ja logisch, hat er ja auch gesagt.
Nur das auf die Gesamtrechnung nochmal 10 % Service berechnet wird
erfuhr ich erst im Hotel.
Andere Gäste? Oh ja, selbst seine Frau bestätigte mir, dass sich
hier ein Pärchen aufhält, nur kommt es plötzlich aus Deutschland.
Gesehen habe ich allerdings keinen und es war auch niemand sonst
hier.
Da es geregnet hat blieb einem ohnehin keine Chance etwas zu
unternehmen und so fuhr in am nächsten Tag weiter zu dem angeblich
schönsten Strand in Sri Lanka.
Mirissa hieß das Ziel.
Gutes Hotelzimmer wurde kostengünstig ergattert und nach 46-maligem
detailliertem nachfragen konnte hier auch nichts mehr schief gehen.
Der Strand war eine echte Perle und trotz der Vorweihnachtszeit war
es nicht allzu überlaufen.
6 angenehme Tage verbrachte ich hier.
Ein schnelles Ende fand mein Strandaufenthalt nachdem ich mich mit
Mr. Tsunami angelegt habe.
Die Wellen am Strand von Mirissa waren riesig und ich habe zuvor noch
nichts vergleichbares auf meiner Reis gesehen.
Die ersten 2 Tage habe ich zufriedenstellend die wenigen Mutigen
beobachtet die sich so weit raus wagen um dann in die Welle zu
springen kurz bevor sie „bricht“.
Am nächsten Tag habe mich dann mit jemandem zusammen getan und wir
haben die Prüfung mit reichlich Adrenalin im Körper bestanden.
Also hieß es am nächsten Tag alleine raus und die Leute am Strand
zuschauen zu lassen.
Ich stehe in der Schneise, bezwinge einen Riesen nach dem nächsten
und blicke mehrfach winkend und glücklich zurück.
Was sich dann vor mir aufbaut lässt mich die Luft anhalten.
Man sieht „die“ Welle auf sich zukommen.
Ich allein im Wasser, zumindest hinter der Schneise.
In einer Sekunde spiele ich sämtliche Gedanken durch wie zu
reagieren.
Die Strömung der vorherigen Welle lässt mir ohnehin nicht viel
Spielraum.
Also vorwärts um zu probieren wieder durch die Welle durchzuspringen
in dem Moment in dem sie bricht.
Nichts da.
Die Welle war wie gesagt um einiges größer und brach deshalb früher
als angenommen.
Sie erwischt mich mit voller Wucht, mein Körper wird
zusammengestaucht und ich überschlage mich mehrmals unter Wasser.
An alles was ich denke ist, auftauchen bevor die nächste Welle
kommt.
Ich tauche mit dem Gesicht Richtung Strand auf und sehe jemanden ins
Wasser laufen falls ich mich verletzt habe.
Die nächste Welle ist kein Problem da ich mich nicht mehr in der
Schneise befinde.
Ich gehe an den Strand zurück.
„Nichts passiert Leute, die Welle war nur ein bisschen groß.“
Alles was ich will ist zurück in mein Bett. Die Wirbelsäule
schmerzt wie nach einem Autounfall und ich will einfach nur liegen.
Nach 2 Tagen Regeneration und mit der Gewissheit, dass ich das nicht
nochmal brauche war es das für mich mit Strand in Sri Lanka.
Über Weihnachten hieß das ungeplante Ziel dann ins Landesinnere zu
fahren und die Weihnachtszeit in der ehemaligen Hauptstadt Kandy zu
verbringen.
Das einzig erwähnenswerte sind hier die unverschämten Preise für
Ausländer.
Beispiel botanischer Garten.
Einheimische zahlen 50 Rupees(0,30 €). Ausländer 1100
Rupees(6,60€).
Also schlappe 22 mal so viel.
![]() |
| Preisunterschied Einheimischer - Ausländer. |
Nach so viel „Gastfreundschaft“, falschen Menschen und Abzocke
fiel es mir sehr leicht dieses Land wieder zu verlassen.
Tschüß Sri Lanka.
Bis nie.
![]() |
| Da wird auch mal gerne auf den fahrenden Zug aufgesprungen. |
| Das einzige was ich vermisse sind die leckeren Teigwaren, gefüllt mit scharfem gelben Curry. |
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